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11 Dinge aus dem Leben des Barkeepers, die oft nicht verstanden werden




Barkeeper sind die ultimativen Bezugspersonen – sowohl bei flüssiger als auch bei verbaler Kost ist ihr Einfühlungsvermögen gefragt.
Wenn Sie selbst noch nie hinter einer Bar gearbeitet haben, kann es schwierig sein zu verstehen, dass hinter dem Job mehr steckt als nur professionelles Flaschenheben.

Um also einige Missverständnisse über die weite Welt des Getränkemixens zu klären haben wir mit einigen Barkeepern über die Aspekte ihres Jobs gesprochen, die viele Leute am wenigsten verstehen.
Daraus resultieren die folgenden 11 Punkte, die Sie bei Ihrem nächsten Bar-Besuch im Hinterkopf haben könnten:

1. Es sieht einfacher aus , als es ist
Im Durchschnitt arbeiten Barkeeper wahrscheinlich 10 – 12 Stunden pro Schicht. Manchmal noch dazu ohne eine Pause zu machen.
Es gibt Stunden der Vorbereitungsarbeiten, Stunden von Aufräumen und Saubermachen. Dazwischen liegen die Stunden, in der der Barkeeper für das Wohlergehen seiner Gäste sorgt.

2. Ihr Leben ist keine endlose Party
Die Barkeeper sind wie die Eltern bei einer Pyjama-Party: sie arbeiten hart um sicherzustellen, dass jeder andere viel Spaß hat.
Und wenn die Kinder ins Bett gehen, sind die sie länger wach um den Schmutz des Abends zu beseitigen.

3. Wenn es in der Bar extrem laut und hektisch ist, geht die Qualität den Bach runter
Ein erfahrener Barkeeper will seinen Gästen immer das beste Getränk möglich zu machen. In einer belebten Bar herrscht ein gekonntes Gleichgewicht zwischen akribischer Handwerkskunst und halsbrecherischer Effizienz.

4. Bartending ist großteils Multi-Tasking und Schnelligkeit
Barkeeper tun alles auf einmal. Ein Cocktail-Enthusiast, der in den eigenen 4 Wänden ab und zu Drinks zubereitet ist vielleicht in der Lage, einen guten Manhattan zuzubereiten.
Es ist aber ganz eine andere Sache, drei auf einmal zu machen und dabei eine Bierbestellung aufzunehmen, eine Kreditkarte abzurechnen während 10 Fremde einen dabei auf die Finger starren.
Die meisten anständigen Barkeeper können Multi-Tasking wie die Irren. Gute Barkeeper halten ihre Drinks zusätzlich auf einem hohen Niveau. Aber nur die besten schaffen es zusätzlich noch Ihre Gäste mit einem freundlichen Lächeln zu bewirten.

5. Die Menschen vertrauen Barkeepern mehr als ihren Therapeuten
Sie bezahlen einen Barkeeper nicht für SEINE Zeit, sondern für die Zeit, die SIE auf diesem Weg verschwenden.
Also Rat von einem Barkeeper scheint mit dem gleichen Hauch von Autorität zu wehen, wie der Rat eines professionellen Therapeuten.

6. Die menschliche Interaktion ist es was Barkeepern das Gefühl gibt auch ein Menschen zu sein
Sie könnten zwar auch auf einen ruppigen Barkeeper stoßen, der sich nicht unterhalten möchte, aber die meisten sind ziemlich offene Personen, die auch das Gespräch suchen. Ansonsten wären sie kaum in dieser Branche, in der man so viel mit Fremden spricht.

7. Die meisten Barkeeper bestellen selbst selten Cocktails
Sie wollen es dem Berufskollegen hinter der Bar möglichst leicht und stressfrei machen, indem sie zum Beispiel einfach nur ein Bier bestellen und nicht einen Tiki-Drink mit zehn Zutaten mit dessen Zubereitung sich der Barkeeper zeitlich aufhalten müsste.
Ein Barkeeper wird in der Regel versuchen, ein Getränk zu bestellen, dessen Zubereitung einfach von der Hand geht.

8. Einige Barkeeper trinken während ihrer Arbeitszeit, aber nicht alle von ihnen
Einige Bars lassen es nicht zu, dass ihre Barkeeper während der Arbeitszeit trinken, doch manche Barkeeper kümmert das nicht.
Es ist nicht ungewöhnlich für einen Barkeeper ein paar Shots während einer Schicht zu trinken. Aber viele halten sich an die allgemeine Regel, nicht mit dem Kunden zu trinken. Da man alkoholisiert nur schwer die Konzentration und die Übersicht bei der Arbeit aufrecht erhalten kann, gehen sie soweit und füllen Wasser in eine Vodkaflasche um mit diesem „Specialshot“ mit dem Gast anzustoßen. Schließlich soll ja die Illusion gewahrt bleiben, dass die Barkeeper auch Party-Jungs sind.

9. Barkeeper merken sich nicht alle Namen, aber sie erinnern sich immer an ein Trinkgeld
Trinkgeld ist der beste Weg um einen Barkeeper auf Ihre Seite zu bekommen. Es zählt dabei aber nicht immer nur das Finanzielle. Auch ein nettes Gespräch, die Wertschätzung der Arbeit, Komplimente zur Qualität des Drinks sind oft mehr Wert als der Euro extra. Und auch ein „Bitte“ am Ende einer Bestellung ist bares Geld wert.

10. Es gibt keinen Cocktail „Mix mir einfach etwas, wonach dir ist“
Je präziser sich die Gäste ausdrücken, umso besser wird ihnen der zubereitete Cocktail schmecken.
Auf die Bestellung eines „Mach mir einfach irgendetwas Gutes“ oder „Was du glaubst“ ist es schwer, den passenden Drink zuzubereiten.
Geben Sie dem Barkeeper daher ein paar Hinweise dazu, was Sie mögen – zum Beispiel hinsichtlich der Geschmacksrichtung (cremig, fruchtig, erfrischen…) oder betreffend Ihrer Spirituosen-Vorlieben (Rum, Whiskey, Tequila,…).
Ein guter Barkeeper berät Sie dann sicherlich gerne und wird Ihnen auch den passenden Cocktail zubereiten.




11. Frauen möchten eigentlich gar nicht mit dem Barkeeper schlafen
Ok gut, einige tun es tatsächlich, aber die Realität ist im Regelfall eine andere.
Die meisten Frauen sind nicht geduldig genug um bis 04.30 Uhr in der Früh zu warten, bis ihr Barkeeper den Laden dichtmacht, zusammenräumt und dann nach ein paar billigen Bieren und näherem Kennenlernen am Imbissstand sie mit nach Hause nimmt.

 

Dieser Artikel wurde von Mate Kende (Cocktails & More) frei übersetzt nach Dan Gentile, einem Journalist der auf Thrillist.com mit seinen Artikeln das nationale Lebensmittel und Getränke Team verstärkt.

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